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Alles began so ungefähr 1882. Fransisca Fincent war dreimal verheiratet und zweimal Witwe. Sechzehn Kinder brachte sie zur Welt, aber nur zehn hielten es länger aus als die Geburt. Es war eine harte Zeit wo das überleben die Hauptsache war.

Ihr erster Ehemann war der von Spanischem Adem stammende François De Fonseca mit dem sie 8 Kinder hatte. Mit ihrem zweiten Mann, Felix Vandepitte aus Aalter, hatte sie 2 Kinder. Schließlich noch 6 weitere Kinder mit ihrem dritten Ehemann Louis De Vos.
Vater De Vos war Müller und Fransisca kümmerte sich neben der Mühle um eine Gewirtschaft, die als Wateraum diente während die Bauern das mahlen ließen. Die Bauern bezahlten den Müller mit zwei Löffel Mehl aus jedem Sack, der gemahlen wurde. Mit diesem Mehl wurde Vieh gezüchtet und Brot gebacken. So konnte man in der Gastwirtschaft Brot mit geräuchertem Schinken, Weichkläse oder Bauernomelett essen.

Ihre Kinder nannten Fransisca "Mutter Siska" und bald wurde sie von jedem so angesprochen. An einem sonnigen Sommertag genehmigte Mutter Siska sich einen Ausflug nach Amsterdam. Während sie ein Museum besuchte, sah sie auf einem Gemälde eine Waffel mit 4 Herzchen. Wieder heimgekehrt zeichnete sie eine Waffel mit fünf Herzchen und gab diese Zeichnung ihrem Schwager, der in De Pinte Schmied war. Das Waffeleisen wurde geschmiedet.
Als Schlemmerin, die sie war (sie wog 135 kg), entwickelte sie einen Teig, der noch heute den Erfolg der Waffeln bestimmt. Zu jedem Kindergeburtstag wurde gebacken. Eines Tages kam ein Notar aus Antwerpen zu Besuch bei Mutter Siska und kostete ihre herrlichen Waffeln. Er bat sie sofort eine Geburtstagparty für seine Kinder zu organisieren. Das Fest wurde ein solcher Erfolg, daß noch viele Gesuche folgten

Sehr schnell wurde Mutter Siska ein Treffpunkt für Touristen die von Heist kamen. Pferd und Wagen wurden eingesetzt, um die Menschen herbeizubringen. Am Anfang wurden die Waffeln nur auftragsgemäß gebacken, aber ab 1892 konnte die Spezialität ohne vorhergehende Bestellung genossen werden.
Wegen des immer wachsenden Zulaufs von Gästen, wurden auf der anliegenden Weide Tische aufgestellt, wo man essen konnte. Außerdem kaufte Mutter Siska Klappstühle (von einem bankrotten Zirkus), die noch immer gebraucht werden. Der Spielplatz ihrer Kinder wurde ausgedehnt und von den Kunden gebraucht.
Die Söhne von Mutter Siska backten die Waffeln und machten die schwere Arbeit, die Töchter halfen in der Gastwirtschaft. Im Winter gingen alle Kinder nach Wallonien um ihr Französisch auszufeilen um so besser der hauptsächlich französischsprachigen Kundschaft Rede und Antwort zu stehen.

Das Waffelhaus von Mutter Siska war so erfolgreich, daß sie ihre Kinder beauftragte weitere Häuser zu öffnen.1907 eröffneten ihre fünf Kinder "Bei den Kindern Siska". Ihre jüngste Tochter, Marie, wollte ihrem Beispiel folgen als 1914 der Krieg begann. Im Jahre 1918 starb Mutter Siska und erlebte die öffnung eines dritten Hauses nicht mehr.
"Bei der Tochter Siska" wurde 1919 eröffnet und änderte den Namen einige Jahre später in "Marie Siska". 1924 eröffnete der jungste Sohn von Mutter Siska "Gustave Sika" und 1936 eröffnete eine Enkeltochter, Germaine De Fonseca eine fünfte "Sika" in St.Idesbald.
Bis nach dem zweiten Weltkrieg wuchsen die "Siskas" und trugen zur touristischen Entwicklung des "Zoute" bei. Aber im Gegensatz zu ihren Mutter blieben alle Kinder von Mutter Siska bis auf einigen unverheiratet. Marie Siska aber hatte eine Tochter und einen Sohn. 1949 übernahm ihr Sohn Urbain zusammen mit seiner Frau Marie Siska. Die Tochter übernahm "Kinder Siska" von ihren Tanten.

Das Elternhaus von Mutter Siska wurde endgültig verkauft und abgerissen. An dieser Stelle befinden sich jetzt die Salons von Patrick Rommel. Die Mühle blieb zum Glück erhalten und wurde zu einem Wochenendhaus umgewandelt.
Gustave Siska wurde schwer krank und verkaufte sein Geschäft. Derselbe Schicksal ereilte das "Siska" in St.-Idesbald. .
1988 wurde "Kinders Siska" verkauft weil auch dort keine Nachfolgerschaft war.
Bei diesen 4 "Siskas" wurden Name und die Gebäude verkauft, aber nicht das Geheimnis des Waffelteigs.
Urbain Dossche (der Sohn von Marie Siska) hatte schon im Jahre 1949 das Geschäft übernommen. Er würde mit dem Ausbau des Geschäfts anfangen. Ein Restaurant und ein Mini-Golf-Platz kamen dazu und Marie Siska wurde bis weit über die Grenzen bekannt.
Paul Anka, Josephine Baker, Martine Caroll, Ava Gardner, Gilbert Bécaud, The Platters waren hier mehrere Male zu Gast. König Leopold III war schon kunde, als er mit Königin Astrid sein Wochenendhaus im "Zwin" hatte. Nach dem Krieg kam er jedes Mal nach dem Golfspiel mit einigen Freunden zum Waffel essen. Er nahm in einem gesonderten Saal Platz und der Tisch, an dem er saß, wurde vom Personal der Königstisch genannt und steht noch heute da. Alle kamen zu Siska, dem Familienparadies, aber die jahre hatten das Gebäude in hohem Maß angegriffen und 1967 wurde das Geschäft Marie Siska bis auf die Waffelbäckerei, ganz abgerissen um als ein Komplex mit 500 Sitzplätze drinnen und 500 draußen aufzuerstehen.

Weil die Führung von einem "Siska" viel Anstrengungen macht, wurde das Geschäft 1987 der vierten Generation überlassen. Der Großenkel von Mutter Siska Stefan und seine Ehefrau Nathalie haben die Aufgabe auf sich genommen die Tradition der Waffel aufrechtzuerhalten.
Ein Hotel mit 8 Luxuszimmer kommt dazu, der Spielgarten wird den neuen Sicherheitsvorschriften angemessen, die Küchen modernisiert und ausgebaut. Heutzutage können zum Beispiel 26 Waffeln in 3 Minuten gebacken werden. Im Laufe der Jahre ist also viel geschehen und hat sich viel geändert. Das einzige, das noch immer dasselbe geblieben ist, ist die Waffel, die Mutter Siska backte und wir sind stolz darauf, daß wir als einzige sagen dürfen, daß wir das Rezept noch kennen.
Inzwischen befindet die fünfte Generation Siska sich schon auf dem Spielplatz und wir können nur hoffen, daß sie diese schmackhafte Tradition vortsetzen wird.

Die Familien De Fonseca, De Vos, Dossche

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